Felix in Tansania

Unser 1. Projekt, welches wir unterstützen läuft über das Leipziger Missionswerk. 

Felix ein Freund der Familie hat nun gerade sein Abitur abgeschlossen, statt wie viele andere nach Australien zu gehen, hat er sich entschieden für ein Jahr nach Tansania zu gehen und sich in das Leben vor Ort zu integrieren . Er wird an einer Schule verschiedene Fächer unterrichten. Am 05.09.2017 beginnt das Abenteuer von Felix, dann erhaltet Ihr hier regelmäßig Neuigkeiten, wie die Arbeit vor Ort läuft. 

 

Update 05.10.2017:

 

Felix hat nun die ersten Wochen in Tansania verbracht. Am Anfang standen 1 Woche Sprachschule an, um die Landessprache Swahili etwas besser kennen zu lernen. Der weitere Weg führte ihn nun an die Schule nach Moschi (am Fuße des Kilimandscharo), hier wird er sein Jahr verbringen. Die Eingewöhnungszeit ist langsam vorbei und Felix kann sich immer mehr einbringen. Das ein oder andere landestypische konnte er uns schon mitteilen, nicht nur die Essgewohnheiten sind sehr unterschiedlich auch die Art der Fortbewegung, so kann es schon einmal sein, dass ein Dala Dala (Minibus) welcher bei uns für 9 Personen ausgelegt ist, in Tansania mit 30 Personen voll ist und die Tür abfällt. 

 

Unter folgendem Link hat er für uns ein paar Bilder zusammen gestellt: 

Felix in Tansania - Eindrücke aus Afrika

 

Wir sind sehr auf seine weiteren Erfahrungen gespannt. 

 

Update 20.12.2017: 

 

Der erste Rundbrief, den jeder Unterstützer erhält ist bei uns eingegangen. Felix hat die ersten 3 Monate nun noch einmal beschrieben, daran möchten wir Euch wieder gern teilhaben lassen. Bitte beachtet, dies sind immer die persönlichen Erfahrungen, Felix spricht hier nicht für die Allgemeintheit.

 

20.09.2017 Felix und Thomas, sein Mentor der ihn in den ersten Tagen unterstützt, fahren heute nach Marangu zu Mtui, einen alten Freund von Thomas, in die Berge. Die Fahrt mit 26 weiteren Personen in einem Dalla Dalla dauert ca. 90 min und kostet umgerechnet 60 Cent. Die beiden werden am Busbahnhof abgeholt und laufen einen sehr steilen Weg hoch. Mtui ist schon 80 Jahre , trotzdem möchte er zu Fuß gehen. Nach 1,5 h kommen Sie bei ihm an. Das kleine Haus sieht ärmlich aus, wie ein Rohbau, kalt und grau. Die Frauen des Hauses kauern in einem Verschlag, welcher die Küche ist, um das Feuer im Hinterhof. Es gibt natürlich wieder Essen, dabei geben Sie das ab, was wahrscheinlich für den kompletten Monat gedacht war. Sie geben für den Besuch gefühlt das Letzte, was sie noch haben. Am Abend ziehen dicke Wolken auf und es beginnt heftig zu regnen. Es gibt Abendessen und Mtui entschuldigt sich immer wieder dafür, wie arm das Essen doch sei. Er holt eine Packung Früchte-Tee aus Deutschland, die er geschenkt bekommen hat. Er freut sich noch immer so sehr darüber und geht bescheiden damit um. Er hütet die Packung , als wären es drei eigene Kinder und sein Glück ist im förmlich ins Gesicht geschrieben. Es folgt Stromausfall, komplette Dunkelheit - nichts Außergewöhnliches in Tansania, etwas woran man sich definitiv gewöhnen muss. Thomas und Felix teilen sich mit Abstand das beste Zimmer über Nacht. während es draußen gewittert. Für Felix ist die Begegnung eine der intensivsten, die er bisher in Tansania erlebt hat.

 

25.09.2017 Felix´s erster offizieller Arbeitstag. Er ist mit Kelvin unterwegs, welcher an der Mtakuja Secondary School das Fach Mathematik unterrichtet. In der ersten Unterrichtsstunde ist es das Ziel von Kiswahili (der Landessprache) auf Englisch umzusteigen.

 

Am 10.10.2017 hat er eine Beerdigung der Frau des Superintendents des Kirchenbezirkes miterlebt. Es wurden bis zu 5000 Menschen erwartet um seiner Frau die letzte Ehre zu erweisen. Die Zeremonie ging über mehrere Stunden um sich angemessen von Kisangas Frau zu verabschieden. Neben der Aufbahrung, gehört es auch zur Zeremonie, dass die "Klageweiber" , welche in diesem Fall Angehörige waren, Ihre Stimmen aus Leib und Seele sangen und schrien. Unmittelbar nach der Kirchlichen Zeremonie gab es einen Stimmungsumbruch - fröhliche Musik und die Leute fingen wieder an zu lachen.  Trotz dessen, dass Felix die Frau nicht persönlich kannte ein sehr erleichterndes Gefühl, da es auch seine erste Erfahrung in Sachen Beerdigung war. 

 

Langsam pegelt sich für Felix auch ein Tagesablauf ein. Der Tag beginnt mit einer kleinen Andacht und ein paar Liedern in der Lehrerrunde. Noch versteht Felix nicht so viel, dennoch ein wichtiger Schritt für die Integration. Mittwochs ist statt der Andacht eine Inspektion auf dem Schulhof. Schüler werden auf Kleidung und Sauberkeit der Hände kontrolliert. Darauf folgen das Singen der tansanischen Nationalhymne und das Hissen der Nationalflagge. Der Unterricht beginnt um 8 Uhr. Die Kleinsten sind zwischen 12-13 Jahre. Zu dem Zeitpunkt wohnt Felix noch dem Unterricht bei und unterstützt den Lehrer bei gewissen Themen, doch die Vorbereitung für seinen ersten eigenen Unterricht laufen bereits. Er wird zum Thema Umwelt unterrichten und Ziel ist es auch etwas eigenes zu schaffen aus recycelten Dingen. 

Die Schüler tragen eine Uniform, stehen auf wenn Sie antworten, nennen Ihre Lehrer "Sir" und klatschen im Takt, wenn jemand etwas richtig gemacht hat. Doch das sind lediglich kulturelle Unterschiede, die Schüler denken und handeln genauso, wie wir es auch mit unseren Freunden tun.

 

...Das waren ein paar Eindrücke aus Felix´s erstem Rundbrief. Neue Bilder gibt es auch unter dem Link oben. 

Gerade jetzt vor Weihnachten geht einem die Geschichte mit Mtui und dem Tee besonders nahe. Bitte lernt das, was ihr habt noch mehr zu schätzen und seid dankbar, dass es uns so gut geht.